
Hören Sie auf, raten zu müssen, wo die Lampen im Stenter platziert werden sollen!
Wenn Sie schon einmal breite Stoffe mit hoher Geschwindigkeit verarbeitet haben, kennen Sie sicherlich das Problem ungleichmäßiger Wärmeverteilung. Ein paar Grad Unterschied klingen zwar nicht viel, aber in der Praxis führt das zu Problemen wie Schattenwirkungen oder Schrumpfung des Stoffes – was wiederum dazu führt, dass die gesamte Charge kaputtgeht. Das ist frustrierend.
Wir haben beschlossen, aufs Raten zu verzichten. Anstelle davon nutzen wir digitale Zwillinge – im Grunde genommen eine virtuelle Kopie der Maschine – um genau herauszufinden, wo die Lampen platziert werden müssen.
Das Problem mit der Wärme
Die Wärme in einem Stenter verteilt sich nicht in einer geraden, vorhersehbaren Linie. Wir analysieren, wie die Infrarotlampen die Wärme abgeben, um die „heißen Punkte“ sowie die Bereiche zu identifizieren, in denen keine Wärme ankommt.
Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsproblem: Wenn die Lampen zu nah beieinander platziert werden, verbrennen die Ränder des Stoffes. Wenn sie hingegen zu weit voneinander entfernt sind, entstehen unerwünschte Streifen auf dem Stoff. Durch die Simulation der Leistung der Lampen sowie der Entfernung zu dem Stoff können wir bereits vor dem Einbau der Lampen erkennen, wie die Wärmeverteilung aussehen wird.
Lassen Sie die Mathematik die Arbeit übernehmen
Wir legen die Anordnung der Lampen nicht einfach willkürlich fest. Stattdessen nutzen wir Algorithmen, um auf der Grundlage der tatsächlichen Abmessungen der Maschine die besten Koordinaten zu finden. Die Simulation berücksichtigt auch den Winkel des Lichts sowie die Art und Weise, wie die Wärme von den Wänden der Maschine reflektiert wird. Dadurch können wir feststellen, ob ein bestimmter Bereich mehr Wärme benötigt – oder ob wir einige Lampen weglassen können, um Energie zu sparen, ohne die Temperatur zu beeinträchtigen. So wird der gesamte Aufbauprozess von einer reinen Vermutung zu einem präzisen Plan.
Die Realität
Eine Simulation bringt einen etwa 95 % weit. Die letzten 5 % erfordern jedoch eine manuelle Anpassung durch den Bediener. Ein Computermodell kann möglicherweise nicht berücksichtigen, wie die Lüftungsanlagen die Wärme aus einem bestimmten Bereich vertreiben. Man muss die physische Maschine daher noch gegenüber der digitalen Version kalibrieren, um perfekte Ergebnisse zu erzielen.
Achten Sie außerdem auf hohe Dichteverteilungen der Lampen. Diese sind zwar gut für eine schnelle Verarbeitung geeignet, verbrauchen aber viel Energie. Bevor Sie sich für eine hohe Dichteverteilung entscheiden, überprüfen Sie unbedingt, ob Ihre Verkabelung und Kühlsysteme die Belastung bewältigen können. Sie möchten schließlich nicht mitten in einer großen Produktion einen Stromausfall erleben.